Der Markt begrüßt heute mehr denn je, die Vergabe von Planungsleitungen an einen Generalplaner, weil gerade bei größeren Projekten die Bauherren es bevorzugen, für die Bearbeitung der Projekte wenige Ansprechpartner zu haben. Zudem übergeben sie gerne die Verantwortung einem einzelnen ihrer Planer und ersparen damit sich und einem eventuellen Projektsteuerer die Auswahl der verschiedenen Planer, die Erarbeitung der einzelnen Verträge und die notwendige Koordinationsarbeit. Sehr häufig wird aus Gründen der Haftung und der Honorierung eine Beauftragung als Generalplaner von Architekten dagegen sehr kritisch betrachtet und dies wohl zu Unrecht.

Eine neue Qualität in diese Diskussion bringt die Planungsmethodik des Building Information Modeling BIM. Dabei handelt es sich um eine kooperative Arbeitsmethodik, bei der auf der Grundlage digitaler Modelle eines Bauwerks die für seinen Lebenszyklus relevanten Informationen und Daten konsistent erfasst, verwaltet und in einer transparenten Kommunikation zwischen den Beteiligten ausgetauscht oder für die weitere Bearbeitung übergeben werden.

Dieser Austausch der einzelnen Informationen und die Koordinierung der einzelnen Fachplanerleistungen ist im Planungsverlauf eine normale und geschuldete Leistung. Im modellbasierten Arbeiten wird diese Arbeit nun aber wesentlich leistungsstärker, da auf der Grundlage der digitalen Modelle nicht unvollständige Grundlagen, wie z.B. 2D-Pläne, miteinander ausgetauscht, verglichen und koordiniert werden, sondern dreidimensionale, attributierte Modelle, die alle relevanten Bereiche vollständig darstellen. Die Zusammenführung und damit Koordinierung der einzelnen Fachmodelle bedingt aber eine erhöhte Qualität der vorzulegenden Unterlagen und eine zu Beginn des Projektes festzulegende Qualität der jeweiligen Modelle. In einer Richtlinie muss festgehalten werden, welche Daten zu welchem Zeitpunkt in welcher Qualität vorzuliegen haben.

Darin liegen aber auch die möglichen Schwierigkeiten. Nicht alle Fachplaner sind (noch) in der Lage, digitale Modelle in der notwendigen Qualität abzuliefern. Meistens obliegt dann dem erfahrenstem Planer oder einem vom Bauherrn damit beauftragtem Fachmann die Aufgabe, die Qualität der digitalen Modelle für die einzelnen Aufgaben sicher zu stellen.

Jede Einzelleistung eines Fachplaners ist in der Koordinierung eine Schnittstelle, die gemanagt werden muss. Schnittstellen in der Planung sind Übergabepunkte für Leistungen. Jeder der etwas leistet und sie demjenigen übergibt, der diese Leistung in seine eigene Leistung integrieren oder auf ihr aufbauen muss, betreibt Schnittstellenmanagement. Der jeweilige Planer möchte sich keine Fehler vorwerfen lassen, weil Planungsteile nicht zueinander passen.

Aber Schnittstellen, wie man sie bisher in der analogen Arbeitsweise kannte, sind in der digitalen nicht mehr Schnittstellen im Sinne eines Einschnittes in den Planungsablauf, sondern viel eher Nahtstellen, also das Gegenteil, an denen Fachleistungen zusammengebracht, sozusagen „zusammengenäht“ werden.

Deshalb stimmen sich in der digitalen Arbeitsmethodik erfahrene Planer besser schon vor einer Beauftragung mit „ihren“ Fachplanern ab, um die Qualität der zu übergebenden, digitalen Modelle aufeinander abzustimmen. Im Auftragsfall können sie dann einem Bauherrn, der sein Projekt mit BIM bearbeitet haben will, diese Fachplaner vorschlagen. Für den Bauherrn besteht damit die Sicherheit, dass diese Planer fähig sind, integriert zu arbeiten.

Nun gehen wir aber auch noch einen Schritt weiter. Wenn die Qualität des „Nahtstellenmanagements“ so wichtig ist, so geschieht sie immer noch am Einfachsten „in-house“, d.h. innerhalb eines eingespielten Planungsteams. Auf kurzem Weg können die notwendigen Absprachen erfolgen und die digitalen Modelle geprüft werden. In gewissen Fällen kann es sogar sinnvoll sein, native Daten auszutauschen, um einen Mehrwert zu erzielen.

Native Daten, d.h. Daten, die aus dem Modellierungswerkzeug selbst stammen und alle Informationen beinhalten, werden im Normalfall mit externen Partnern nicht ausgetauscht. Der Austausch geschieht über das IFC-Format, das im analogen Bereich mit einer pdf-Datei vergleichbar ist. Der Austausch nativer Daten entspräche der Weitergabe von dwg-Dateien, die dann auch weiter bearbeitbar wären und viel schützenswertes know-how beinhalten. Eine Herausgabe nativer Daten an Externe kann also nur abgelehnt werden. Innerhalb eines Büros bestehen dagegen bez. Haftung und Urheberrecht keine Einschränkungen.

Als weiterer Aspekt ist zu beachten, dass die integrierte Arbeit verschiedener Fachplaner, die jeweils abhängig sind von der Vorleistung eines anderen und darauf ausbauen müssen (IFC-Modell) ggf. sowieso juristisch eine Gesellschaft begründet. Hier sind sich die Juristen noch nicht einig, aber die Überlegung ist nachvollziehbar. Warum also nicht gleich eine Einheit bilden. Diese Einheit heißt dann „Generalplaner“. Vielleicht gewinnt diese Art der Bündelung von Fachwissen über die „Hintertür“ der Diskussion zur Einführung von BIM eine neue Qualität. Und vielleicht auch eine neue Art der Präzisierung was die Risiken betrifft, die heute noch die einschlägige Literatur füllen.

Betrachten wir abschließend das Thema „Kosten und Termine“. Auch hier verzahnen sich die Leistungen der einzelnen Fachplaner. Festlegungen bezüglich Materialien und konstruktiver Lösungen der einzelnen Planer beeinflussen Kosten und Termine und damit die Arbeit der Anderen. Was dann in der analogen Arbeitsweise oft schwierig und nur mit viel Einsatz koordiniert werden muss, kann mit der digitalen Arbeitsmethodik schon wesentlich schlanker, nachvollziehbarer und eindeutiger erledigt werden. Noch einfacher kann man Kosten und Termine in den Griff kriegen, wenn ein Generalplaner jeden Arbeitsschritt innerhalb des eigenen Teams gleich auf die entsprechenden Folgen überprüfen kann.

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